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redkrebs schreibt Geschichte
Bitte nicht auflegen
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Freizeichen. Es klingelt. Eine blecherne, monotone Stimme meldet sich: "Schönen guten Abend. Hier ist der Kundenservice für Privatkunden. Für Ihre Fragen und Aufträge stehe ich Ihnen jetzt kostenfrei zur Verfügung." Ich war verbunden mit der Kundenbetreuung meines Telefonanbieters. Am anderen Ende der Strippe – der freundliche, automatische Sprachassistent.
Ich wollte meinen Tarif wechseln. In unserer hoch computerisierten Gesellschaft sollte das mittels Maschine kein Problem sein. Dachte ich. Und wählte die kostenfreie Beratungsvariante.
Also tippte ich zur Identifizierung und für den "bestmöglichen Kundenservice" zuerst meine Telefonnummer in das Display ein. Aus Sicherheitsgründen dann auch noch mein Geburtsdatum. "Herzlich willkommen Frau Leder", begrüßte mich mein technisches Gegenüber. "Sie haben nun folgende Auswahlmöglichkeiten." Ab hier war höchste Konzentration gefragt. Nach etwa zehn (gefühlten hundert) stakkatomäßig aufgezählten Serviceoptionen hatte ich leider die Tastennummer für den Tarifwechsel schon wieder vergessen.
Allzwecktaste Null brachte mich zurück ins Hauptmenü. Die Beratung begann von vorn.
Meine Taste war die "5". Doch vom Tarifwechsel war ich noch weit entfernt. Jetzt folgte der Werbeblock. Mein liebgewonnener Kundenberater informierte mich umfangreich über die verschiedenen Tarifangebote… für Telefon, für Telefon und Internet, nur für Internet, mit oder ohne Flatrate, diese wieder wahlweise für Telefon, Internet, Handy oder alles zusammen, DSL-Bandbreite von 2.000 bis 16.000…
Ich bekam einen nervösen Hustenanfall, denn erneut hatte ich am Ende des mindestens zehnminütigen Vortrags die Taste für meinen Wunschtarif wieder vergessen. Mein aufmerksamer Kundenberater quittierte mein "Bellen" sofort mit einem "Ich habe sie leider nicht richtig verstanden. Bitte wählen Sie neu. Sie haben folgende Auswahlmöglichkeiten…" Die Endlosschleife begann von vorn.
Nach weiteren zehn Minuten und einem Ritt durch alle Kommunikationsangebote hatte ich mich durch energisches Drücken von Taste "7" entschieden. Das Ergebnis: "DSL 16.000 ist in Ihrem Einzugsgebiet nicht verfügbar." Argh!!! Die immer freundliche und monotone Stimme am anderen Ende der Leitung empfahl mir, auf die nächstbeste Variante auszuweichen. Doch welche war das noch?
Ab diesem Punkt zahlte ich gerne 0,49 Euro pro Minute, um mich von einem Kundenberater aus Fleisch und Blut beraten zu lassen. Dafür hing ich weitere zehn Minuten in der Leitung. Warum, erklärte mir mein alter, technischer Kumpel: "Wegen der aktuellen Tarifangebote herrscht derzeit ein hohes Anrufaufkommen. Bitte haben Sie etwas Geduld. Sie werden mit dem nächsten freien Servicemitarbeiter verbunden. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, möchten wir Sie auch auf unseren kostenlosen Online-Service im Internet hinweisen."
Raten Sie mal, wie ich zu meinem neuen Tarif gekommen bin.
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