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Von Michael Hitzek

Was haben Hoteldirektoren und die Redakteure von redkrebs gemeinsam? Sie schlagen sich gerne mal in die Büsche. Sie machen sich schmutzig. Und sie finden auch im größten Mist noch eine gute Geschichte.

redkrebs-Saubermann
redkrebs-Saubermann: Michael Hitzek sammelte mit Accor Müll im Englischen Garten.
So geschehen am vergangenen Mittwoch – unter anderem – im Englischen Garten zu München. Während die schöne Münchner Business-Welt und ein paar Touristen ihre großen, dunklen und vor allem teuren Sonnenbrillen ins Seehaus ausführten, war unweit des Chinesischen Turms eine seltene Metamorphose zu bestaunen: Jeans und Müllsack statt Anzug und Krawatte, zerbrochene Maßkrüge statt Moët & Chandon Cuvée Dom Pérignon 1996, Unterholz statt 5-Sterne-Suite.

Es war "Earth Guest Day". Und rund 100 Mitarbeiter der Accor Hotellerie Deutschland GmbH waren ausgeschwärmt, um abseits der Wege im Englischen Garten Müll und Unrat zu sammeln.

Diskretion ist unser Geschäft. Daher können wir – auch wenn es uns sehr in den Fingern juckt – keine Namen nennen. Bemerkenswert ist es dennoch, wenn hoch dekorierte Führungskräfte ungeahnt souverän mit dem Akkuschrauber hantieren, wenn Greifzangen ähnlich lustvoll bedient werden, wie sonst nur die Taste zum Ausdrucken der Zimmerrechnung, und wenn unter Hotel-Belegschaften ein regelrechter Wettbewerb darum entbrennt, wer mehr Unrat einsammelt und wessen Müllsäcke praller gefüllt sind.

Von Redakteuren ist weithin bekannt, dass sie gerne ihre Nase in den Schmutz anderer Leute stecken. Schön, dass Hoteliers dies nun auch tun – wenn es der guten Sache, hier: einer sauberen Umwelt dient.

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