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(Hinweis der redkrebs-Redaktion: Die Autorin distanziert sich aufgrund der Zensur von ihrer Geschichte und möchte namentlich nicht mehr genannt werden.)

Eines der delikatesten Themen ist das weite Feld der männlichen Unterwäsche. Wobei „männlich“ und „Unterwäsche“ per se schon gar nicht zusammenpassen. Aus Sicht einer Frau auf die Männerwelt stelle ich viel eher fest, dass Männer sich durch Unterwäsche eher eingeengt als geschützt fühlen. Wenn sie könnten, wie sie wollten, würden sie schon in erster Linie aus Dominanzgründen und zweitens aus Bequemlichkeit lieber „unten ohne“ gehen.

Da jedoch auch Männer mittlerweile das Bärenfell abgelegt haben und die eine oder andere Frau ihnen auch ihre Keule weggenommen hat, kommen sie um Unterwäsche nicht herum.

Es gibt viele (Un)Arten von Unterhosen und frau bekommt sie in ihrer ganzen Grausamkeit oft völlig überraschend zu Gesicht.

Der Idealfall:
Stellen wir uns ein geplantes Treffen zwischen Männchen und Weibchen vor, also ein Date. Mann rechnet fest damit, dass der Abend nach Dinner, Cocktail, Kino oder Club noch nicht vorbei ist. Er hat an alles gedacht. Die Zähne sind geputzt (mit Glück für die Frau zum zweiten Mal an diesem Tag). Er ist frisch geduscht, rasiert.

Er weiß, dass es vermutlich mehr als ein >Uuups< auf der Clubtoilette wird und hat seine beste Unterwäsche an. Wenn er gerne und oft um die Häuser zieht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass seine beste Unterwäsche auch hin und wieder in der Waschmaschine Karussell fahren darf.

Frau darf hoffen, dass er zur Gattung Mann gehört, die weiß: Es gibt nur zwei Arten von Unterhosen, in denen er sich nicht völlig der Lächerlichkeit preisgibt. Enge elastische Boxershorts uni und weit geschnittene Boxershort aus Seide oder Baumwolle, auch uni.

Folgende Unterhosenformen allerdings würden sogar Darth Vader zu einer kümmerlichen Version eines armen Würschtels degradieren:

  • Boxershorts mit Weihnachts-, Oster- oder sonst welchen Motiven aus Polyester, Satin oder Frottee.
  • Schiesser-Feinripp mit Eingriff – Ur-Opi (inkontinent) lässt grüßen.
  • Wildgemusterte Tangaslips, die nur die halbe Kehrseite bedecken und von seiner Männlichkeit nur noch ein abgedrücktes Etwas übrig lassen.
  • Spaßhosen, die es in einschlägigen >Pieeep<-Shops gibt, wo der Schniedel in einen Elefantenrüssel gesteckt wird. „Vergesst es! Der Rüssel ist immer länger als eurer und das Stückchen überhängender Stoff sieht so was von traurig aus!“
  • Und jetzt die Krönung des schlechten Geschmacks: STRINGS! Selbst etwa 97% aller Frauen können Strings nicht tragen, ohne beim Betrachter Übelkeit auszulösen. Diese 3%, die darin wirklich gut aussehen, sind sehr junge, lateinamerikanische Frauen und sehr gut trainierte junge Europäerinnen. Männer in Strings sind einfach nur oberpeinlich. Keine Frau der Welt möchte haarige Backen mit Zahnseide sehen. Das ist nur bei Borat ansatzweise lustig – und selbst hier überwiegt das Fremdschämen.

Außerhalb des oben genannten Idealfalls bekommt frau Männerunterhosen immer unverhofft, unerwartet und unerwünscht zu sehen (außer sie ist Krankenschwester, Ärztin, Polizistin, Leichenbestatterin oder langjährige Ehefrau): nämlich im männlichen Kollegenkreis und beim Einkaufen.

Darum eine Bitte an alle Inneneinrichter, Büroorganisatoren, Verkaufspersonal im Supermarkt: Bitte, bitte stellt alle Sachen, die Männer brauchen oder kaufen müssen nicht unten in die Regale! Ich möchte nicht wie heute vor mir einen Mann in die Knie gehen sehen und auf geblümte Boxershorts unterm Maurer-Dekolleté schauen.

Oder neulich: Mann in der Büroküche beim Tauchen nach einem neuen Milchkarton - wie soll ich mir da auch nur ansatzweise ein Fünkchen Respekt erhalten, wenn ein Mann, mit dem ich konstruktiv und erfolgreich Projekte stemme, Stringtangas in rot trägt? Das geht nicht! Ich bin doch auch nur eine Frau!  

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