| redkrebs schaut sich um "Mit dem Projekt Internet werden Sie niemals fertig sein" | Von Michael Hitzek "Mit dem Projekt Internet werden Sie niemals fertig sein." Klaus Kobjoll hat diesen Satz mehrfach gehört, seit er vor Jahren Falk Bauer und Frank Wilmowicz kennengelernt hat. Nun gehört Kobjoll nicht zu den Menschen, die sich von derart klaren Ansagen entmutigen lassen auf dem Weg zum großen Reibach im Internet. Im Gegenteil. Kobjoll nennt zum Beispiel auf die Frage nach seinen Hobbys die Arbeit – "denn ich tue nur Dinge, die ich gerne mache". Mit dieser Einstellung hat es der Hotelier und Management-Berater zu Auszeichnungen wie "Unternehmer des Jahres 1997" oder "Deutscher Denkerpreis 2004" gebracht. Nur zwei Beispiele für eine ganze Reihe von Preisen, Ehrungen und Awards. "Mit dem Projekt Internet werden Sie niemals fertig sein." Für den Unternehmer Kobjoll heißt das, auch und gerade im World Wide Web: Immer wieder alles in Frage stellen. Jegliche Marketing-Maßnahmen "knallhart auf Erfolg und Ökonomie" prüfen. "Mit dem Projekt Internet werden Sie niemals fertig sein", haben Falk Bauer und Frank Wilmowicz einst zu Kobjoll gesagt. Und jetzt steht der Satz ausgerechnet im Vorwort zu ihrem im Franzis-Verlag erschienenen Buch "Der Website-Qualitäts-Check – Mehr Klicks durch optimale Usability", das der Verlag auf seiner Website in der Rubrik" Geld verdienen" präsentiert. "Geld verdienen" obwohl das "Projekt Internet" für jedes Unternehmen das ist, was im Verkehrsfunk "Dauerbaustelle" genannt wird? Für Bauer und Wilmowicz ist das kein Widerspruch. Vielmehr bezeichnen die beiden Seminarleiter ihr Werk als Arbeitsbuch, das "anhand von konkreten Aufgaben und Checklisten zeigt, wie Sie Ihre Business-Homepage zu Ihrem besten Mitarbeiter machen". Zugegeben: Das klingt nach marktschreierischem Newsletter-Marketing. Und dennoch ist das Buch seine 30 Euro wert. Weil es vor allem eines deutlich macht: Unternehmen, die sich im Internet präsentieren und dort Geld verdienen wollen, sollten nicht um den eigenen Bauchnabel kreisen. Sie sollten sich stattdessen fragen, was die potentiellen Kunden von einer Website erwarten. Obendrein lädt das Buch ein zum hemmungslosen Surfen. Was andere Benchmark nennen, klingt bei Bauer und Wilmowicz so: "Drucken Sie sich Internetseiten aus, die Ihnen gefallen", "Lassen Sie sich von branchenfremden Lösungen in jeglicher Richtung inspirieren", "Schließen Sie niemals eine spontane Idee für einen Inhalt oder eine Funktion (…) aus". Freilich: "Der Website-Qualitäts-Check" liefert technische Grundlagen, Tipps zu SEO und Controlling, zur cleveren Navigation und Ausführungen zu Web 2.0 und Web 3.0. Es zeigt Beispiele erfolgreicher Internetpräsentationen, sagt, was zu tun ist - und was nicht. Es verschweigt aber nicht, dass auch eine gut gemachte Homepage klassische Marketing-, PR- und Kommunikationsmaßnahmen nicht ersetzen kann. Nicht vergessen: "Mit dem Projekt Internet werden Sie niemals fertig sein." Oder um Klaus Kobjoll zu zitieren: Bauer und Wilmowicz wollen mit ihrem Buch dazu anregen, "Ihr gesamtes Marketing-Konzept mal wieder aus der Sicht Ihrer Surfer zu betrachten". Und dazu, "sich mithilfe von weiterführender Literatur, Seminaren oder Gesprächen mit Agenturen oder Kooperationspartnern mit dem einen oder anderen Teilgebiet auch einmal näher zu beschäftigen". Wenn auch (noch) ohne Denkerpreis, dafür aber ehrlich: Der Satz könnte von uns stammen… |