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Von Susann Leder

Männer können ihre Hände und Beine besser koordinieren, außerdem haben sie ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen als Frauen. Auch wenn es mir als Frau schwerfällt dies zuzugeben: Es ist tatsächlich so – zumindest beim Tandemfahren. Diese Erfahrung musste ich vergangenen Donnerstag auf der Fachmesse Bike Expo auf der Neuen Messe München machen.

Am Pfiff-Messestand auf der Bike Expo 2009Auf der erstmals stattfindenden Fahrradmesse tummelten sich vier Tage lang über 5.000 internationale Fachbesuche raus 42 Ländern und 20.000 Radenthusiasten. Unter den Ausstellern war auch einer unserer liebsten redkrebs-Kunden, die PFIFF Vertriebs GmbH. Für uns redkrebse ein guter Grund gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: sich über die neuesten Trends im Fahrradmarkt zu informieren und aktive Kundenpflege zu betreiben, mit in Augenscheinnahme der Produkte, über die wir sonst "nur" schreiben.

Hätte ich gewusst, dass dies auch im praktischen Produkttest mündet, hätte ich an diesem Tag zu einem weniger weiblichen Outfit gegriffen. Am Messestand von PFIFF plazierte ich mich – animiert durch das beherzte Voranschreiten meiner Kollegin Brix –zuerst auf dem Shopping-Dreirad der Marke Special, dass viel Stauraum für Gepäck und durch seine zwei Räder hinten einen sicheren Stand bietet.

Einen sicheren Stand hätte ich mir auch auf dem nächsten Fahrrad gewünscht, auf das sehr schnell mein Auge fiel: das Tandem. Für mich eindeutig die Königsdisziplin des Radelns. Von unseren fahrerischen Fähigkeiten durchaus überzeugt, nahmen Christin (vorne) und ich (hinten) unsere Position auf dem Sattel ein, bereit sofort loszutreten.

Die Fahrt beginntWas wir jedoch nicht wussten: das Pfiff-Tandem birgt im Unterschied zu einem klassischen Tandem bestimmte Besonderheiten. Es wurde dafür konstruiert, dass jemand Großes (wie z.B. Mama oder Papa) mit jemandem Kleinen (z.B. ihrem Kind) gemeinsam eine Radtour unternehmen kann. Für größtmögliche Sicherheit tritt nur das Elternteil in die Pedale, das zudem nicht vorne, sondern hinten sitzt. Dies deshalb, damit das Kind nicht ständig auf den Rücken des Vordermannes starren muss, sondern etwas von der Landschaft mitbekommt.

Frauen denken zu kompliziert für ein solches Tandem, zumindest in den ersten fünf Minuten. So dauerte es durchaus seine Zeit, bis die Information "Lenken und Treten geht nur hinten" in unseren Gehirnen angekommen war. Der längere Aktionsradius beim Lenken durch den Hintermann verlangte meinem Gleichgewichtssinn und räumlichen Vorstellungsvermögen viel ab, denn beides ist bei mir leider nur sehr schwächlich ausgebildet.

Wackelige FahrversucheDen Messebesuchern, die unsere Fahrtversuche mit viel Interesse beobachteten, bot sich folgendes Bild: Eine Christin, die als Vordermann beim kräftigen Treten in die Pedale wertvolle Energie verschoss, die wir leider nicht in langen Fahrspaß umsetzen konnten. Ich hinten eierte sehr verkrampft mit dem Lenker nach links und rechts statt geradeaus, setzte die Füße immer nur für Sekundenbruchteile auf beiden Pedalen ab – nicht lang genug um zu treten, dafür aber lang genug, um sofort mitsamt Rad und Christin nach rechts oder links zu kippen.

Allerdings gilt auch beim PFIFF-Tandem: Übung macht den Meister. Nach mehrfachen Versuchen schafften wir es immerhin, zwei Meter ohne Schieflage voranzukommen. Und wir hätten es sicher auch einmal durch die gesamte Messehalle geschafft, wenn da nicht mein störender Rock, die lästigen Absatzschuhe, der enge Terminplan und ganz einfach die Tatsache, dass wir nun mal Frauen sind, gewesen wären.

So macht es der ProfiDer beste Beweis dafür war PFIFF-Geschäftsführer Theodor Buschermöhle, der uns nicht nur gut zusprach, sondern eindrucksvoll vormachte, wie leicht das Fahren des PFIFF-Tandems gehen kann – wenn man es kann.

Als Fazit des Tages bleibt für mich die Erkenntnis: Wir weiblichen Vertreter von redkrebs mögen zwar nicht die Meister in der Bein-Hirn-Koordination beim Fahrradfahren sein. Wenn es aber darum geht, die Produkte unserer Kunden aufmerksamkeitswirksam in Szene zu setzen, dann kommen wir so richtig in Fahrt.

Und nun frage ich Sie: Was ist auf einer Messe wichtiger?

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