Home arrow Service arrow Aktuelles arrow Kárpathos: Die Insel der Traditionen
 

Von Christin Brix

Wanderweg von Adia zur Lastos Ebene
Wanderweg von Adia zur Lastos Ebene
Ein kleiner Geographie-Test vorweg: Wo liegt eigentlich Kárpathos?

"Klingt irgendwie Griechisch." Klar, Griechenland kennt jeder. Allein schon wegen Athen und den Olympischen Spielen. Und weiter? Wie sieht es aus mit griechischen Inseln, auf denen sich vorwiegend im Sommer die Touristen tummeln und sich den Bauch von der Sonne kitzeln lassen? Kreta...Rhódos...dann hört es bei den meisten aber auch schon auf. 

Es ist deshalb an der Zeit, vorzustellen: Kárpathos. Die noch relativ unentdeckte und vom Massentourismus verschonte Insel liegt fast genau in der Mitte zwischen Rhódos und Kreta im Südosten der Ägäis. Na, wer hätte das gedacht? Mit diesem Wissen punkten Sie bei Ihrem nächsten Besuch im Reisebüro. Oder stoßen auf fragende Gesichter. Je nachdem.

Ein paar Hintergrundinformationen: Die Insel hat rund 6.000 Einwohner, von denen etwa die Hälfte in der Hauptstadt Pigádia (Kárpathos-Stadt) lebt. Auf relativ kleinem Raum (Kárpathos hat eine Gesamtfläche von etwas mehr als 300 Quadratkilometern) findet man jede Menge Abwechslung: Atemberaubende Landschaften, traumhafte Strände, malerische Dörfer – und natürlich Kárpathioten, die einen großen Wert auf Ihre Traditionen legen.

Abenteuerliche Straßen
Abenteuerliche Straßen
Mit Ausnahme des äußersten Südens ist Kárpathos sehr gebirgig – bietet also ideale Wander-Voraussetzungen. Die höchste Erhebung ist der Kalí Límni (immerhin 1.215 Meter hoch). 

Auf der Insel herrscht gemäßigtes Mittelmeerklima mit extrem milden Wintern, meist gepaart mit einer frischen Brise (die vor allem in den heißen Sommermonaten Juli und August dankend angenommen wird). Die schönste Reisezeit, so hört man Insider munkeln, liegt jedoch in Frühjahr und Herbst. Denn dann kann man Bade- und Wanderurlaub prima kombinieren.

Wer allerdings ein Faible fürs Wellenreiten hat, sollte die Insel im August besuchen. Denn dann herrscht an der Westküste und im Süden der Insel nahe dem Flughafen, in der so genannten "Chicken-Bay", reges Treiben. Unter Surfern gilt diese Region bereits als das windsicherste Gebiet Europas.

Aber zurück auf die Erde: Die Insel lässt jedes Wanderherz höher schlagen. Überall begegnet man kleinen roten Schildchen, die dem bewegungsfreudigen Urlauber freundlich den Weg weisen. Und hat man einmal einen Berg erklommen, wird man (wenn das Wetter mitspielt) mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Vom Kalí Límni soll man angeblich an sehr klaren Tagen sogar bis nach Algerien sehen können. Ob’s stimmt? Wer weiß?

Wem Wandern zu anstrengend ist (schließlich hat man ja Urlaub), der kann es sich an einem der vielen anmutigen Strände gemütlich machen und/oder beim Schnorcheln und Tauchen die Unterwasserwelt erkunden. Glasklares und angenehm warmes Wasser inklusive. Aber Vorsicht: Badelatschen nicht vergessen! Wenn man nicht zufällig einen der Fuß-freundlichen Sandstrände erwischt hat, hat man es häufig mit fiesen Steinchen zu tun.

In jedem Fall sollte man einen fahrbaren Untersatz (Mofa, Jeep, Motorrad, Esel,…) mieten, mit dem man die Insel auf eigene Faust erkundet. Die kleinen Dörfer sind allesamt einen Besuch wert. Sobald man von der Hauptstraße abbiegt, könnte die Fahrt allerdings ein wenig abenteuerlich werden. Die Schotterpiste zum Strand hinunter entpuppt sich schnell als Nervenprobe - Rutschpartien und kreischende weibliche Begleitungen gibt es kostenlos dazu.

Und dann gibt es noch Ólympos – das mythische Dorf im Norden der Insel, dessen Bewohner noch tagtäglich ihre farbenfrohe Tracht tragen.

Neugierige Inselbewohner
Neugierige Inselbewohner
Kleine bunte Häuserwürfel schmiegen sich an einen kargen Berghang. Eine kleine Welt für sich – wunderschön, seltsam und befremdend zugleich. Ólympos erreicht man nur mit dem Schiff über den kleinen Hafenort Diafáni oder auf einer Schotterpiste durch die nördlichen Berge – die Straße ist noch im Bau. Dafür trifft man überall neugierige karpathiotische Wesen am Wegrand: Ziegen. 

Lust auf Kárpathos? Impressionen, Informationen und tolle Fotos gibt es auf der erstaunlichen Website www.mykarpathos.de.

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