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redkrebs schaut sich um
World of WarCraft:
Von Goldfarmen und Robotern
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Von Kathrin Müller
Das gibt's sonst nur bei Harry Potter: Großhändler wie "Saturn" und "Media Markt" öffnen am Mittwoch, 12. November, um Mitternacht ihre Pforten. Der Grund: Weltweit warten elf Millionen Menschen darauf, dass mit "Wrath of the Lich King" die zweite Erweiterung des Online-Rollenspiels "World of WarCraft" erscheint. Ein Blick hinter die Kulissen eines Phänomens - und in ein aktuelles Buch.
"PvE alles clear, PvP meist so top 50-100 im Realmpool." Alles klar? Wenn nicht, sind Sie wohl kein Spieler des Online-Rollenspiels "World of WarCraft" (WoW). Nun ja, ich auch nicht. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam einen kleinen Ausflug in die Welt von WoW wagen.
Bemerkenswert: Es gibt elf Millionen registrierte Spieler weltweit. Für eine monatliche Gebühr dürfen sie mit selbst gewählten Charakteren durch die Fantasywelt Azeroth streifen. Dort gibt es Kontinente mit unterschiedlichen Landschaften, Dörfern und Städten. Der Spieler kann sich frei bewegen – zu Fuß, mit Bahnen oder Flug- und Reittieren. Dabei trifft er auf die Charaktere anderer Spieler, mit denen er interagieren kann.
Ob Schüler, Student oder Berufstätiger: Täglich verwandelt sich die Welt der WoW-Spieler in einen großen Abenteuerspielplatz. Da wird der Manager zum Zwerg, der Buchhalter zum Nachtelf, der Student zum Ork und der Ingenieur zum Troll. Gemeinsam ziehen sie durch die Wälder, Wüsten und Dschungel Azeroths.
Ein Ziel haben sie gemeinsam: Sie wollen möglichst viele Erfahrungspunkte sammeln. Mit diesen Erfahrungspunkten kann man seine Charaktere auf ein höheres Level befördern. Das Maximum bis Mittwoch-Mitternacht: Level 70. Sammeln kann man Punkte zum Beispiel, indem man so genannte Quests erfüllt. Das sind Aufgaben oder Missionen, die den Spielern Geld oder Ausrüstungsgegenstände einbringen. Die Spieler bekommen auch Erfahrungspunkte, wenn sie unbekannte Gegenden erkunden oder computergesteuerte Charaktere sowie Monster erledigen. Um das bei besonders harten Gegnern zu schaffen, müssen mehrere Spieler zusammenarbeiten. Dafür gibt es die Gilden. Sie organisieren so genannte Raids: gemeinsame Überfälle und Aktionen.
Viele WoWler gehen in dem Spiel komplett auf: Oberste Priorität haben für sie das "Hochleveln" und ihre Gilde. Um für gemeinsame "Raids" gerüstet zu sein, müssen die Spieler stark sein. Dafür brauchen sie Zaubertränke und Waffen. Um an diese zu gelangen, braucht man Geld – und dafür muss man arbeiten, also Quests erfüllen. Das nimmt Zeit in Anspruch. Um sich das zu ersparen, erwerben einige Spieler WoW-Gegenstände in der "realen Welt".
Auf eBay kann man tatsächlich WoW-Waffen mit (echtem) Geld kaufen. Das finden Sie verrückt?! Warten Sie ab, das ist nicht alles! In China gibt es tatsächlich Firmen, so genannte Goldfarmen, die ihr Geld damit verdienen, dass ihre Angestellten Quests erfüllen und so Wertgegenstände erringen. Die Schwerter und Zaubertränke verkaufen sie über Internet-Auktionshäuser an Spieler auf der ganzen Welt – für bares Geld.
Noch verrückter: Es gibt einen "Roboter", der all die lästigen Aufgaben erfüllt, die zum Alltag eines engagierten WoW-Spielers gehören – wie das Farming. So heißt das Wiederholen bestimmter Aufgaben, das nötig ist, um an Geld zu kommen. Um sich das zu ersparen, nutzen manche Spieler eben jenen Roboter. Er führt ihre Charaktere durchs Spiel, während sie schlafen, ausgehen oder Kontakte mit "realen" Personen pflegen. Wenn die Spieler zu WoW zurückkehren, ist ihr Charakter reicher - und sie sind für die nächsten Kämpfe gerüstet.
Heute ist die WoW-Szene in heller Aufregung. Um Mitternacht, zum Wechsel vom 12. auf den 13. November 2008, kommt die Erweiterung "Wrath of the Lich King" auf den Markt. Das Ziel vieler Spieler ist dann: Auf das neue Maximallevel 80 kommen – und zwar möglichst als erste. Wer dazu weder Roboter noch chinesische Goldfarmer bemühen will, sollte einen Blick werfen in das inoffizielle Buch zu "World of WarCraft: Wrath of the Lich King" aus dem Franzis Verlag. Darin gibt's jede Menge Tipps und Tricks, inklusive Bewertung der neuen Quests. Wer darauf keine Lust hat, kann immer noch Harry Potter lesen.
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