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Von Christiane Deppe

Private Websites müssen kein bestimmtes Ziel verfolgen. Kommerzielle Websites werden unter kaufmännischen Gesichtspunkten betrieben. Einfach nur endlich im Netz zu sein, genügt da nicht. Einige Grundsätze gelten für alle Unternehmens-Websites:

  1. Wozu überhaupt eine Website?

    Eine Website zu bauen, kostet Nerven, Arbeit und Geld. Wozu soll das gut sein? Klare Ziele helfen, die „richtige“ Website zu bauen. Und diese Ziele können sehr unterschiedlich sein: Das Unternehmen darstellen? Image pflegen? Informieren? Unterhalten? Werbeplätze verkaufen? Produkte oder Dienstleistungen erklären? Online verkaufen? Zu Filialen oder Fachhändlern vor Ort führen?

    Also: Setzen Sie Prioriäten! Was möchten Sie vorrangig mit Ihrer Website erreichen?
     
  2. Wen erwarten Sie auf Ihrer Website?

    Sie kennen Ihr Angebot: Spricht es eher Fachleute bzw. Leute mit ganz spezifischem Interesse an oder eine breite Kundschaft? Möchten Sie langfristige Kundenbeziehungen aufbauen? Sprechen Sie verschiedene Zielgruppen an, wie zum Beispiel Privat- und Geschäftskunden? Dann sollten Sie die Startseite nutzen, um die Zielgruppen von Anfang an zu den Angeboten zu führen, die diese suchen.
     
  3. Wie oft wird Ihre Website aktualisiert?

    Ihre Angebote ändern sich. Sie möchten News und Artikel veröffentlichen, um Ihre Fachkompetenz zu untermauern?

    Mit einem so genannten Content Management System (CMS) wie z. B. Joomla! oder Typo3 können Inhalte schnell und unkompliziert geändert werden, bei vielen Systemen auch online. Unterschiedliche Zugriffsmöglichkeiten können zugewiesen werden. Eine Website, auf der sich täglich etwas tun soll, kommt nicht an einem CMS vorbei. Wird Ihre Website nur aktualisiert, wenn sich Ihre Telefonnummer ändert, reicht allerdings eine statische Website ohne CMS völlig aus.
     
  4. Wie findet ein Besucher genau das, was er sucht?

    Ihr Kunde ist schon auf der Startseite. Jetzt findet er das Gesuchte nur über eine klare Navigation. Eine Regel besagt, dass jede Unterseite mit maximal drei Mausklicks zu erreichen sein soll, sonst sind die meisten Besucher (auch User genannt) schon wieder weg. Strukturieren Sie alle Inhalte mit möglichst wenig Hierarchie-Ebenen. Nicht die hausinterne Kategorisierung Ihrer Angebote ist hier gefragt, sondern das Informationsbedürfnis Ihres Kunden.

    Dass das Logo der Website mit einem Link zur Startseite hinterlegt wird, ist selbstverständlich. Eine Suche, auf allen Seiten gut platziert, kann auch zur Navigation genutzt werden. Auf umfangreichen Seiten wie Flickr oder Youtube ersetzt die Suchfunktion größtenteils die klassische Navigation durch eine Ordnerstruktur.
     
  5. Welche Texte werden wie geschrieben?

    Texte im Internet können genau das, was sie auch in einem gedruckten Medium können: Sie informieren und unterhalten. Nur: Im schnellen Internet sind User ungeduldiger und wollen, dass Texte ganz schnell zur Sache kommen. Also: Kompakt bevorzugt!

    Echte Informationen, zum Beispiel bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Dienstleistungen, werden gelesen, auch in einem längeren Text. Bieten Sie auf jeden Fall eine optisch ansprechende Druckversion an.

    Soll eine Website über eine Suchmaschine gefunden werden, muss man wissen, wie diese funktioniert. Und die Texte danach ausrichten. Welche Suchbegriffe könnte die Zielgruppe verwenden? Bei einem Artikel über Wale, ist es wichtig, auch über den Begriff „Walfisch“ gefunden zu werden, unabhängig davon, ob der Wal ein Fisch oder ein Säugetier ist. Wichtig ist nur, mit welchen Suchbegriffen die Zielgruppe sucht. Und diese Begriffe als Keywords optimieren.

    Eine Suchmaschine findet nicht nur Begriffe, sie gewichtet sie auch. Begriffe, die schon im Titel auftauchen, werden als wichtiger eingestuft als Begriffe im Teaser, diese wichtiger als Begriffe im Text. Zu Beginn des Textes sind sie wichtiger als am Schluss. Schriftauszeichnungen wie fett bringen einige Pluspunkte.

    Aber eine zu häufige Nennung einzelner Begriffe wird als Manipulationsversuch gewertet und bringt wieder Minuspunkte. Das heißt, wer es mit den Keywords übertreibt, produziert nicht nur monotone Texte, sondern wird auch in den Suchmaschinen schlechter bewertet. Als ungefährer Richtwert gilt eine Keyworddichte von einem bis sieben Prozent.

    In jedem Fall: Wiederholungen sind in diesem Fall doch erwünschter als im Deutschunterricht.
     
  6. Wie viel? Reduzieren Sie Dateigrößen auf das Minimum!

    Auch wenn DSL-Anbieter immer größere Bandbreiten versprechen, gehen Sie von dem User mit dem geringsten Komfort aus. Probieren Sie über ein Modem im Internet zu surfen, denn einige Ihrer Kunden tun das auch, und zwar regelmäßig. Überlegen Sie bei jedem Bild, ob es überhaupt nötig ist. Speichern Sie Bilder und Grafiken komprimiert mit kleiner Auflösung ab, denn Ladezeit ist Leidenszeit. Wer länger als acht Sekunden vor dem Bildschirm sitzt und darauf wartet, dass sich die gewünschte Seite öffnet, ist als Kunden verloren. Sie wissen ja, die Konkurrenz ist nur einen Mausklick entfernt.

    Vermeiden Sie aufwändige Flash-Intros, außer diese dienen als Beweis ihrer Design-Kompetenz. Geben Sie den Bilddateien sprechende Namen, denn auch die Dateinamen werden von den Suchmaschinen gelesen. Eine Bilddatei namens „9836.jpg“ sagt nichts aus – heißt die Datei aber „Bagger_gelb_Front.jpg“, so wird dieses Bild gefunden, sobald jemand eine Frontaufnahme eines Baggers sucht.
     
  7. Was? Online-Shops brauchen gute Formulare!

    Möchten Sie Ihre Angebote online verkaufen, müssen Sie dem Kunden den Weg bis zur Kasse so einfach wie möglich machen. Im Supermarkt muss auch niemand darum kämpfen, dass er bezahlen darf. Erläutern Sie bei jedem Schritt des Bestellvorganges, was jetzt gefragt ist und warum.

    Geben Sie klare Rückmeldungen, falls Eingabefelder nicht richtig ausgefüllt sind! Setzen Sie nicht wieder alles auf Anfang, bloß weil der Kunde seine Hausnummer vergessen hatte. Formulare schaffen Vertrauen, wenn jeder Schritt nachvollziehbar ist.
     
  8. Was nicht: Machen Sie keine leeren Versprechen!

    Richten Sie keine Rubriken ein, für die noch keine Inhalte vorhanden sind. Klickt jemand auf die Rubrik „Produkte“ und findet die Aussage „Diese Seite befindet sich noch …“ oder „Hier finden Sie bald …“, so haben Sie eines ganz sicher erreicht: Sie haben einen Kunden verloren.

    Schalten Sie leere Bereiche einfach auf unsichtbar, es geht. Lassen Sie Rubriken, die Sie auf Dauer nicht aktuell halten können, von vornherein weg. Weniger ist hier mehr.

    Ein News-Bereich, der seine letzte Aktualisierung vor vier Jahren erhalten hat, ist einfach nur peinlich. Bereiche, die angeboten werden, müssen auch gepflegt, sprich regelmäßig aktualisiert werden. Was übrigens auch von den Suchmaschinen registriert und positiv bewertet wird. Aktualität bringt nicht nur einen guten Eindruck bei den Menschen, sondern auch bei Google und Konsorten.
     
  9. Wo? Seien Sie leicht erreichbar!

    Gewinnen Sie neue Kunden, binden Sie bestehende Kunden, machen Sie jedem die Kontaktaufnahme so leicht wie möglich. Manche Websites bieten sogar auf jeder Unterseite einen Kontakt-Button, der entweder zu einer E-Mail-Adresse führt oder zu einem Formular, mit dem der Besucher schnell und bequem eine Nachricht an Sie senden kann. Natürlich müssen Sie auch antworten.
     
  10. Wann? Schalten Sie Ihre Website erst online, wenn sie fertig ist!
     
    Muten Sie Ihren Kunden nur in Ausnahmefällen Baustellenschilder zu. Gehen Sie online, wenn alles, was die Website verspricht, auch wirklich zu finden ist. Versprechen Sie nicht, was Sie morgen oder übermorgen bieten! Schalten Sie erst die neuen Bereiche online und nutzen Sie diese Neuigkeit für Ihre nächste Pressemittteilung!  
     
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