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Donnerstag, irgendwann im November 2008, 22:21 Uhr. Nach einem arbeitsreichen Tag und einem arbeitsreichen Abend schickt ein vorweihnachtlich hoch dekorierter Mitarbeiter von redkrebs eine E-Mail an geschätzte 120 und nachträglich gefühlte 20.000 Menschen – mit der Absicht, sie zur Veranstaltung "Tief im Wald" einzuladen.

Wenige Minuten später verlässt eine weitere E-Mail redkrebs: Pro-aktiv wird – ehrlich gemeint mindestens 40.000fach entschuldigend – darauf hingewiesen, dass in der ersten Nachricht alle Adressen nicht Bcc, sondern Cc und damit für alle einzuladenden Menschen sichtbar gesetzt worden waren.

Es ist dennoch zu spät. Trotz Nachfass-Entschuldigungs-Mail erreicht uns gestrenger Hinweis um Hinweis, dass so etwas nicht passieren durfte. Und auch wenn der eine oder andere gerade diesen Fehler als hoch sympathisch bzw. hilfreich für die eigene Kunden-Akquise betrachtet, kommen wir nicht umhin zu sagen: Das durfte nicht passieren!

HolzschaitlknienNatürlich kennen wir in solchen Fällen kein Erbarmen. Zeitnah hatten wir die entsprechenden Maßnahmen veranlasst, den Mitarbeiter nachhaltig, innovativ und vor allem kreativ zu strafen und zu peinigen! Unter anderem musste er bei der redkrebs-Veranstaltung „Tief im Wald“ auf einem Holzschaitl (=alter bairischer Brauch) knien und eine sentimentale Weise zum Besten geben. Ein Freund stand ihm bei, trotzdem tat es weh.

Eine E-Mail eines dankbaren redkrebs-Vertrauten möchten wir allerdings nicht unwidersprochen lassen. So schreibt Herr M. aus B.:

„Vielen Dank für die Veröffentlichung meiner Mailadresse in Ihrem Verteiler. Noch nie habe ich sooooooo viel Post erhalten. 3x Angebote für Viagra-Produkte, sämtliche Klassenlotterien und zwei Beteiligungsangebote für ein 1.000.000 BRT Tankschiff.

Weiterhin erhalte ich jeden Abend 2-3 Anrufe von freundlichen Call-Center-Mitarbeitern, die mich zur Stimmung des Deutschen Volkes befragen wollen und mir ganz nebenbei Viagraprodukte, Lotterielose und Tankschiffbeteiligungen anbieten. Meine Abende wurden bereichert.“

Lieber Herr M.,

im Vertrauen: Die Viagra-Produkte sind doch Teil einer Sammelbestellung, die Sie unerlaubterweise auch für uns getätigt haben. Die Lose für diverse Lotterien sind nichts anderes als der Hilferuf Ihrer Frau, die einfach mit dem dürftigen Gehalt nicht auskommt, das Sie nach Hause bringen. Und das Tankschiff hat keinen Tank, wurde dafür aber auf den Namen „Titanic“ getauft. Unser Rat: Investieren Sie, Ihr Geld liegt hier sehr sicher!

Die freundliche Call-Center-Mitarbeiterin jedoch verbuchen wir gerne als unsere Leistung, denn wir bereichern gerne Ihre einsamen Abende. Hauptsache, Ihre Stimmung und die des deutschen Volkes bleiben gut. Dafür zu sorgen - das ist unser Job.

Hochachtungsvoll

 

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